Offline-Momente zum Verschenken

Offline-Momente zum Verschenken
Eine Initiative des Fachbereichs Medien & Digitale Welt
Wir alle kennen es: Oft verbringen wir zu viel Zeit am Smartphone, vor dem Computer oder am Laptop. Wir fühlen uns danach ausgelaugt, statt inspiriert.
Und wenn wir uns eigentlich konzentrieren wollen, greifen wir wieder nach dem Smartphone. Im Schnitt alle 15 Minuten.
Doch warum tun wir das?
Plattformunternehmen nutzen gezielt suchtfördernde Designs, die auf psychologischen Mechanismen basieren, um unsere Aufmerksamkeit zu fesseln. Gleichzeitig sind wir von Natur aus darauf ausgelegt, nach Neuem zu suchen – ein Verhalten, das leicht in endloses Scrollen münden kann.
Vor allem Doomscrolling, exzessives Scrollen durch negativen Content, kann sich negativ auf unser Wohlbefinden auswirken.
Verschenke Offline-Zeit - so geht's!
Wir vom Salzburger Bildungswerk laden daher dazu ein, bewusst Offline-Zeit miteinander zu verbringen und den eigenen digitalen Medienkonsum zu reflektieren. Wir haben schöne Postkarten gedruckt, die man einer Freundin, dem Partner, der Lieblingskollegin oder einem Familienmitglied schenken kann. Die Karten liegen in Gemeinden und in der Stadt Salzburg auf. Außerdem werden sie bei unseren Offline-Veranstaltungen verteilt. Auf dieser Seite sind alle Motive, Fakten und Inspirationen mit Quellen zu finden. Viel Spaß beim Stöbern!
Offline-Frühstück
Bewusstes Essen ohne Ablenkung
Fakt: Drei von zehn Personen nutzen das Smartphone während des Essens.
Hintergrund: In einer repräsentativen Befragung von Deloitte in Deutschland gaben 30 Prozent der Befragten an, das Smartphone auch beim Essen zu nutzen. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es über 60 Prozent.
Inspiration: Lade den Genuss als Gast zum Frühstück ein und erkunde offline den Geschmack von frischen Zutaten.
Hintergrund: Studien wie diese deuten darauf hin, dass bewusstes Essen zu weniger Kalorienaufnahme führt, da wir merken, wann wir uns gesättigt fühlen. Achtsames Essen steht zudem in Zusammenhang mit Stressreduktion. Dieser Zusammenhang wird unter anderem von Jon Kabat-Zinn in seinem Buch zu MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) beschrieben.
Offline-Überraschungsausflug
Dopamin für unser Gehirn
Fakt: Tech-Konzerne nutzen suchtfördernde Designs, die zu mehr Dopamin-Ausschüttung führen.
Hintergrund: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass z.B. Social-Media-Unternehmen wie Instagram oder Snapchat ihre Apps so designen, dass es zu einer vermehrten Ausschüttung des Glückshormons Dopamin kommt. Wer mehr Infos dazu möchte, kann z.B. diese Dokumentationen von ARTE ansehen.
Inspiration: Unser Gehirn liebt nicht nur Likes auf Social Media, sondern auch Überraschungen. Also, auf ins Unbekannte!
Hintergrund: Wissenschaftler der Emory University und des Baylor College of Medicine haben untersucht, wie Überraschungen auf unser Gehirn wirken. Mehr dazu gibt es im Artikel von Dagmar Knopf im Spektrum der Wissenschaft.
Offline-Filmabend
Gute Filme für die graue Gehirnmasse
Fakt: Studien deuten darauf hin, dass exzessives Scrollen die graue Gehirnmasse schrumpfen lässt.
Hintergrund: Michoel Moshel von der Macquarie University in Sydney zeigte in seiner Metaanalyse von 2023, dass exzessive Internetnutzung mit einer Verringerung der grauen Substanz in Gehirnregionen verbunden ist, die für Entscheidungsfindung, Belohnungsverarbeitung und Impulskontrolle zuständig sind – ähnlich wie bei Substanzabhängigkeiten. In diesem Zeitungsartikel sind weitere Informationen zu finden.
Inspiration: Füttere die grauen Zellen mit guten Filmen! Führe eine Film-Liste und greife darauf zurück, wenn du eine Alternative zum Scrollen suchst.
Hintergrund: Dieser Tipp stammt aus unserem eigenen Erfahrungsschatz.
Offline-Waldspaziergang
Naturerlebnis statt digitaler Stress
Fakt: Wir verbringen pro Tag fast drei Stunden am Smartphone.
Hintergrund: Die Studienlage zur Smartphone-Nutzungsdauer ist nicht eindeutig. Laut dieser Statistik verbringen 30- bis 49-Jährige rund 2,63 Stunden pro Tag am Smartphone. Laut Ergebnissen der Mental Health Days Studie 2024 verbringen Jugendliche sogar 3,68 Stunden am Smartphone. Die tatsächliche Nutzungsdauer variiert natürlich von Person zu Person.
Inspiration: Egal, ob Wald oder Berg – Zeit in der Natur senkt den Stress. Also, Handy liegen lassen und auf zum Duft von Moos und Erde!
Hintergrund: Einen guten Überblick zum Thema Waldbaden inklusive Quellen bietet Quarks vom WDR. Laut dem Artikel "Waldbaden zum Stressabbau" kann auch "Bergbaden" zum Stressabbau beitragen. Wichtig sei, dass der Ausflug in der Natur stattfinde und wenig oder nichts koste, da man das Geld danach wieder verdienen müsse und dies Stress erzeugen könnte.
Offline-Konzert
Begegnungen ohne Smartphone
Fakt: Eine Studie zeigt, dass Fremde einander weniger anlächeln, wenn sie ihr Handy dabei haben.
Hintergrund: Autor:innen der Studie "Smartphones reduce smiles between strangers" fanden heraus, dass sich Fremde weniger anlächelten, wenn sie in einem Wartezimmer ihr Handy dabeihatten. Dafür wurden die Studienteilnehmenden in zwei Gruppen geteilt: Eine Gruppe hatte Handys, die andere nicht. Wissenschafter:innen beobachteten dann, in welcher Gruppe einander mehr zugelächelt wurde und kamen zu diesem Ergebnis.
Inspiration: Lust auf einen Selbstversuch? Schalte das Handy aus – beim Konzert, im Bus oder im Wartezimmer – und beobachte, wie sich der Versuch auf deine Begegnungen auswirkt.
Hintergrund: Interaktionen mit Fremden führen meist zu positiven Erfahrungen. Bahnpendler fühlten sich laut einer Studie, die hier beschrieben wird, besser, wenn sie auf der Fahrt mit Unbekannten sprachen.
Offline-Brotbacken
Mischen statt Wischen
Fakt: Wer das Smartphone weniger als zwei Stunden pro Tag nutzt, kann seine psychische Gesundheit verbessern.
Hintergrund: Forschende der Donau-Universität Krems haben 2025 eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich das Wohlbefinden derjenigen, die ihre Smartphone-Nutzung auf unter zwei Stunden reduzierten, im Vergleich zur anderen Gruppe, die ihre durchschnittliche Nutzungsdauer von 4,5 Stunden täglich beibehielt, deutlich verbesserte.
Inspiration: Studien zeigen: Backen kann die Laune heben. Also, Finger weg vom Screen und rein ins Mehl!
Hintergrund: Ein Beispiel ist eine Studie der University of Johannesburg, die untersucht, wie Backen ein umfassendes Sinneserlebnis bieten kann, das emotionale Regulierung, Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit fördert.
Offline-Abendessen
Momente miteinander genießen
Fakt: Zu viel Smartphone-Zeit kann uns davon abhalten, die schönen Momente mit anderen zu genießen.
Inspiration: Die Glücksforschung sagt: Ein gemeinsames Abendessen ohne Smartphone kann den Spaß am sozialen Miteinander erhöhen.
Hintergrund: Fakt und Inspiration gehen auf die Studie "How Can People Become Happier? A Systematic Review of Preregistered Experiments" von Folk und Dunn zurück.
Offline-Bildungsveranstaltung
Bessere Konzentration durch weniger digitale Ablenkung
Fakt: Die bloße Anwesenheit des Smartphones beeinflusst unsere kognitive Leistung. Wir sind langsamer und unkonzentrierter.
Inspiration: Ohne Smartphone zum Abendvortrag: Klingt das nach einem interessanten Selbstversuch?
Hintergrund: Eine Studie der Universität Paderborn zeigt, dass die bloße Anwesenheit des Smartphones, ohne Interaktion mit dem Gerät, bei Proband:innen dazu führte, dass sie sich schlechter konzentrierten und sich ihre Produktivität verringerte. Proband:innen ohne Smartphone hatten der Studie zufolge eine signifikant höhere Aufmerksamkeitsleistung.
Offline-Ich-zeig-dir-was-Schönes-Ausflug
Schöne Erinnerungen für Stresszeiten
Fakt: Ständige digitale Erreichbarkeit kann stressig sein. Das Denken an schöne Erinnerungen senkt das Stresslevel.
Inspiration: Gestalte Momente im echten Leben, an die du gerne zurückdenkst!
Hintergrund: Die Forschenden Speer und Delgado fanden in einer Studie heraus, dass sich glückliche Erinnerungen positiv auf das Wohlbefinden auswirken und daher als Strategie zur Stressbewältigung dienen können.
Offline-Malen
Kreativität für das Wohlbefinden
Fakt: Wir schauen fast alle 15 Minuten auf das Smartphone.
Hintergrund: Laut der Menthal-Studie der Universität Bonn schauen Menschen durchschnittlich 53 bis 80 Mal pro Tag auf ihr Smartphone. Das entspricht einem Blick alle 15 Minuten der täglichen Wachzeit.
Inspiration: Beobachte, wie es dir damit geht und erkunde alternative Rituale: Warum nicht mal malen statt scrollen?
Hintergrund: Forschende der University of Otago haben in einer Studie mit Studierenden herausgefunden, dass kreative Tätigkeiten in Zusammenhang mit dem positiven Gedeihen einer Person stehen.
Offline-Fahrradtour
Meditatives Fahrradfahren statt Doomscrolling
Fakt: Doomscrolling, also gedankenloses Scrollen durch negative Nachrichten, kann zu Ängsten und Stress führen.
Hintergrund: Eine Studie in der Zeitschrift "Computers in Human Behavior Reports" zeigt, dass Studierende, die Doomscrolling betreiben, das Leben eher als "leer und sinnlos" empfanden. Einen guten, verständlich geschriebenen Artikel finden Interessierte auf der Seite von GEO.
Inspiration: Ausdauersport wie Radfahren wirkt gegen Angstgefühle. Also, weg vom digitalen Stress und rauf auf den Sattel!
Hintergrund: Laut einer Studie der Autorinnen Anderson und Shivakumar macht uns Ausdauertraining wie etwa Fahrradfahren weniger empfindlich gegen Stressoren wie Ängste.
Lust auf mehr spannende Themen?
Dann auf zu unseren Veranstaltungen!
Unsere örtlichen Bildungswerke veranstalten immer wieder Vorträge, Workshops, Exkursionen und vieles mehr. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!